Band 12: Faly, Negar (2025). Das Zūrḫāneh im Kontext der darstellenden Künste des Iran
Kurzfassung/Abstract
Das Zūrḫāneh zeigt sich als eine vielschichtige kulturelle Praxis, in der sportliche Disziplin, rituelle Handlungen, musikalische Begleitung und poetische Traditionen zu einer performativen Einheit verschmelzen. Seine historischen Wurzeln reichen von vorislamischen Konzepten körperlicher Ertüchtigung bis zu islamischen, mystischen und mythischen Einflüssen, die es zu einem zentralen Element iranischer Identität machen. Aufbauend auf einem historischen und kulturwissenschaftlichen Überblick analysiert die Arbeit architektonische Besonderheiten, gesellschaftliche Funktionen sowie die symbolischen und choreografischen Strukturen des Zūrḫāneh. Dabei wird deutlich, dass die Bewegungsabläufe der Athleten und die rezitativen, rhythmisch-musikalischen Beiträge des Moršed weit über eine reine Trainingspraxis hinausreichen und vielmehr eine inszenierte Form körperlich-spiritueller Darstellung bilden. Die Betrachtung der performativen Elemente, unter anderem anhand des Films Zurkhaneh: The House of Strength, offenbart das Zūrḫāneh als ein hybrides kulturelles Phänomen zwischen Sport, Ritual und ästhetischer Inszenierung, das einen eigenständigen Beitrag zur iranischen performativen Kultur leistet.