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Band 13: Vinzens, Marie (2026). Erinnerungskultur(en) in der Migrationsgesellschaft

 

Kurzfassung/Abstract

Bei genauerer Betrachtung erhält das Narrativ des „Erinnerungsweltmeisters“ Deutschlands vor dem Hintergrund der (post-)migrantischen Gesellschaft Risse. In der Bundesrepublik, dem Nachfolgestaat des NS-Regimes, wird die institutionalisierte Erinnerungskultur auch als Trennlinie für (Nicht-) Zugehörigkeit instrumentalisiert. In Anbetracht dieser Kontinuitäten von Macht- und Unterdrückungsmechanismen wird in dieser Arbeit die deutsche Erinnerungskultur mithilfe Michael Rothbergs Konzept der „Multidirektionalen Erinnerung“ beleuchtet. Das Konzept stellt verflechtungsgeschichtliche Perspektiven und die wechselseitige Bezugnahme von Erinnerungen in den Vordergrund, die zu Solidarität statt Konkurrenz zwischen verschiedenen Erinnerungsgemeinschaften führen sollen. Im Rahmen einer qualitativen Inhaltsanalyse von Interviews mit Akteuren aus der institutionalisierten Erinnerungsarbeit in Köln und Duisburg werden Möglichkeiten und Grenzen einer multiperspektivischen Öffnung hinsichtlich pluraler Erinnerungen in der Migrationsgesellschaft untersucht. Die Studie legt die Begrenzung der Institutionen durch ihre ökonomische und politische Eingebundenheit offen und verdeutlicht gleichzeitig die Bereitschaft der Akteure für die Implementierung multidirektionaler Erinnerung, insbesondere in Verbindung mit lokalgeschichtlicher Verortung in der jeweiligen Stadt. 

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